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Donnerstag, Oktober 04, 2018

DER KRITIKER IN MIR. Die Schattenseite eines Potentials.

Meditation hat nicht nur das Potential zur Stressbewältigung und zur Entspannung beizutragen, sondern bietet auch die Möglichkeit, eine spirituelle Orientierung zu finden, einen Bezug zu etwas Größerem herzustellen und ein neues Sinnverständnis zum Dasein auf dieser Welt zu bekommen. Der Grad der Achtsamkeit gegenüber sich und dem Leben steigt und es entwickelt sich mehr Bewusstheit für das, was wir tun und wie wir es tun.

Es gibt genügend Argumente für die Größe des Potentials, die in der Meditation liegt. Was birgt die Schattenseite in sich, wenn man diesen Weg geht?

Für mich wählte ich eine dynamische Meditationsform, den Einsatz der Stimme durch das Tönen. Dem aktiven Aufbau von Kraft und Spannung folgt Stille, die den Raum für Entspannung und Transformation freigibt. Auch in dieser aktiveren Meditation beginne ich mit einer neutralen bzw. wohlwollenden Haltung mir selbst gegenüber. Ich finde einen guten Sitz, ich nehme die Aufrichtung in mir wahr und spüre meinen Körper und meinen Energieraum. Ich beobachte alle Gedanken, die in den nächsten Minuten auftauchen und lasse sie vorbeiziehen. Auf diese Weise kann ich auch meinen inneren Kritiker betrachten, meine selbstkritische und oft selbstverurteilende Stimme, die deutlich aus meinem Unbewussten zu mir spricht, damit ich sie in weiterer Folge bewusst wahrnehme und transformieren kann. Ich beobachte und fühle eine Ruhe und Gelassenheit.

Am Ende dieser Reise spüre ich meinen Körper, komme zurück in die Gegenwart und öffne die Augen. Die Grenze zwischen der Meditationshaltung und der Außenwelt ist noch nicht klar fühlbar. Ich gehe in die Welt hinaus, mein System ordnet sich neu, die Feinfühligkeitssensoren laufen auf Hochtouren.

Wenn in diesem Moment eine kritische Stimme im Außen zu hören ist, kann diese Aufrichtung innerhalb von einer Sekunde in sich zusammenfallen. Dann kommt eine Flut an Emotionen hoch und ich fühle mich, als hätte ich in eine 220 V Steckdose gegriffen. Mein System ist in Alarmbereitschaft und der innere Friede ist Geschichte und war in dem Fall nur von sehr kurzer Dauer. Dynamische Meditation, dynamisches Ende.

Dennoch habe ich aufgrund dieser Erfahrungen wieder einen Teil an mir neu entdeckt und eine neue Perspektive gewonnen. Durch tägliche Beschäftigung mit Musik, Klang und Meditation wird meine Grenze zwischen Körper und Energiekörper durchlässig und mein Feld ist offenbar zart besaiteter als mir bislang klar war. Nun kann ich mich der nächsten Lernaufgabe stellen und meine Grenzen neu definieren und eine anderen Schutz als auf körperlicher Ebene finden. Es gibt immer zwei bzw. mehr Sichtweisen auf ein Thema.

So bleibt es bei mir jedenfalls eine Achterbahnfahrt der Gefühle oder wie es Herr Dr. Joachim Galuska ausdrückt: „Das Leben ist kein Zustand, sondern eine Bewegung, ein Fluss, ein Geschehen, durch das das Göttliche auf eben unsere ganz persönliche Weise spricht.“ (Dr. Joachim Galuska, dt. Psychiater und Psychotherapeut).


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